| Eröffnungsrede des Ausstellungsprojektes Sternenflug und Lichtgeklapper von Christoph Eisele | ||
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Mit ein paar Worten möchte ich helfen, ein Tor zu dieser Installation von Roger Rigorth aufzustoßen. Durch dieses Tor werden Sie nicht nur sehen, sondern auch hören - beide Sinne gehören - weniger wichtig ist der Tastsinn - zu dem heute vorgestellten Kunstwerk von Roger Rigorth. Die Installation besteht aus zwei Teilen, dem Orgelapparat, den Roger Rigorth gebaut hat, ohne auf die Form zu achten, ohne das Auge ansprechen zu wollen. Daß es dennoch ein schönes Instrument geworden ist, hängt mit dem handwerklichen Können des Künstlers zusammen. Der Orgelapparat wird Akkordfolgen produzieren, die in Ihrer Seele einen Zugang schaffen sollen für das emotionale Verstehen der Plastik, die Sie während des Hörens betrachten. Für Roger Rigorth ist das Dynamische, das Vergehen und Werden in seiner Kunst ein Leitmotiv. Als Sinnbild verwendet er oft das Ei, geheimnisvoller Beginn des Lebens, als Punkt, an dem aus dem Materiellen das Immaterielle, das Lebendige entsteht. Hier sind es Eier aus Holz, das einmal lebendig war, aus dem aber jetzt das Leben verschwunden ist. Sie sind erst zur Hälfte geboren, stecken zur Hälfte noch fest. Ihre Spitzen sind mit Bleiblech beschlagen. Zum Schutz? Um die Schwere des Lebendigwerdens zu verdeutlichen? Das Blei macht die Richtung des Werdevorgangs deutlich - nach oben: weg von dem schweren Erdboden, hin zu den lichten Sternen. Die flüchtigen Töne, die Akkorde machen beim Betrachter die Vergänglichkeit deutlich. Sie sind dem Blei entgegengesetzt. Tor zur Seele, zum Fühlen sind die Sinne - hier das Sehen, das Tasten und das Hören. Tor zum Geist, zum Denken, ist das Wort. Mit dem wunderbar poetischen Titel Sternenflug und Lichtgeklapper fordert Roger Rigorth zum Nachdenken auf über seine Installation: das ebenmäßig gestaltete, in der Luft schwebende Holzschiff in drei Teilen, die vielen halben Eier, halb geboren, beschützt, bedrückt vom Blei - die Vielheit zeigt den Zwang zum Dialog, zum Sozialen - und die Orgel das Werkzeug für die Töne. |
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